2016 – 70 Jahre Hamburgische Bürgerschaft

img_2290Aus Anlass des 70. Jahrestages der freigewählten Bürgerschaft nach 12 Jahre Hitlerfaschismus und Krieg hat die Landeszentrale für politische Bildung am 11. Oktober 2016 eine Broschüre herausgegeben, die den Titel „Frauen der ersten Stunde“ trägt. Herausgeberin ist Dr. Rita Bake. Die WELT Hamburg berichtet über die Broschüre und stellt Magda Langhans in den Mittelpunkt.

Darin schreibt die Redakteurin Eve Eusterhus unter anderem:

Ihre Stimmen waren leise und wurden von denen ihrer männlichen Kollegen meist übertönt. Dennoch spielten die Frauen in der ersten Hamburger Bürgerschaft nach dem NS-Regime eine Schlüsselrolle. Weil sie eintraten für die Grundversorgung der Menschen, sorgten sie dafür, dass sich die Situation im zerbombten Hamburg rasch verbesserte. Mit einer Broschüre erinnert die Landeszentrale für politische Bildung nun anlässlich des 70. Jahrestages der ersten frei gewählten Bürgerschaft nach dem Ende des Nationalsozialismus an die „Frauen der ersten Stunde“.

Mit ihren kreativen Lösungsansätzen überboten die Trümmerfrauen oftmals die Männer, wenngleich sie in der Presse nur selten erwähnt wurden. So schlug Magda Langhans (KPD) vor, unzureichend zugeteiltes Feuermaterial durch Torfabbau in den umliegenden Mooren zu ergänzen. Mit den steigenden Temperaturen in den heimischen Stuben ging auch die Zahl der tödlichen Lungenentzündungen zurück.

In einer „Frauendebatte um Kleinstkinderration“ in der Bürgerschaft, war es wieder Magda Langhans, die ans Rednerpult schritt und den Anstoß gab, Trockenkartoffeln zu füttern. „Keine ideale Kleinkindernahrung, aber bei dem Mangel an Obst und Gemüse immerhin etwas!“ Die Abgeordneten kämpften um die Bewilligung von Stopfgarn und Besohlungsmaterial – und sorgten so dafür, dass immer mehr Kinder zur Schule gingen. Kaputtes Schuhwerk und nasse Füße waren oft der Grund, warum viele Hausfrauen ihre Kinder lieber zu Hause ließen, wo sie wenigstens nicht mit nassen Füßen krank wurden.

frauen-der-ersten-stunde150Der beste Beleg dafür, dass auf das Improvisationstalent der Frauen auch heute noch Verlass ist, war Oskar, zweieinhalb Jahre. Die Kita hatte geschlossen und so hatte ihn seine Oma, Kersten Artus, Mitautorin der Broschüre „Frauen der ersten Stunde“, kurzerhand zur Präsentation mitgenommen.

 

 

 

Beitrag im Hamburg Journal:

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